Anwendung Nitrofurantoin sollte unzerkaut oral eingenommen werden, normalerweise 2-4 mal täglich. Am besten nehmen Sie die Tablette mit etwas Nahrung oder Milch zu sich. Bitte befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes, auch wenn diese von Ihrer normalen Dosis abweichen sollten.
Nitrofurantoin kann am besten wirken, wenn es regelmäßig immer zur gleichen Tageszeit eingenommen wird. Nur so kann gewährleistet sein, dass das Niveau des Medikaments in Ihrem Blutkreislauf konstant bleibt.
Sollten Sie Nitrofurantoin einnehmen, um einem Infekt vorzubeugen, stellen Sie bitte sicher, dass Sie keine Dosis auslassen. Befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes und informieren Sie ihn umgehend, sollten Sie Anzeichen einer Infektion feststellen. Wenn Sie Nitrofurantoin einnehmen, um einen akuten Harnwegsinfekt zu behandeln, nehmen Sie bitte die Tabletten so lange ein, wie Ihr Arzt Ihnen diese verschrieben hat. Auch wenn sich die Beschwerden spürbar bessern, so ist dennoch die Behandlung auf jeden Fall zu Ende zu führen, da nur so gewährleistet ist, dass die Erreger vollständig beseitigt werden. Bei einer Unterbrechung der Behandlung, z. B. weil die auftretenden Nebenwirkungen zu stark erscheinen, ist der Arzt zu befragen.
Überdosierung Eine Überdosierung kann zu vermehrtem Auftreten von Nebenwirkungen, insbesondere Erbrechen, führen. Bei akuter Überdosierung ist eine Magenspülung angezeigt. Bei bereits erfolgter Aufnahme ist Nitrofurantoin, falls erforderlich, hämodialysierbar.
Anmerkungen Teilen Sie das Medikament nicht mit anderen, da eventuell andere Erkrankungen zugrunde liegen und das Medikament diese nicht effektiv behandeln kann.
Einnahme vergessen
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Die Einnahme kann innerhalb von 12 Stunden nachgeholt werden und der gewohnte Einnahmerhythmus beibehalten werden.
Aufbewahrung
Bewahren Sie das Medikament bei Zimmertemperatur (25°C) kühl und trocken auf. Kurzzeitige Aufbewahrung bei 15-30°C ist gestattet. Nicht im Badezimmer lagern. MEDIKAMENTE GRUNDSÄTZLICH AUSSERHALB DER REICHWEITE VON KINDERN UND HAUSTIEREN AUFBEWAHREN. Entsorgen Sie das Medikament ordnungsgemäß, wenn es abgelaufen ist oder nicht länger benötigt wird. Informieren Sie sich bei Ihrem Apotheker oder Ihrem lokalen Abfallbeseitigungsunternehmen für über die korrekte Entsorgung von Medikamenten.
Wichtiger Hinweis
Die oben aufgeführten Informationen sollen der Ergänzung, jedoch nicht als Ersatz für die fachkundige Beratung Ihres Arztes oder Apothekers dienen. Es sollte nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die Einnahme dieses Medikamentes für Sie sicher, angebracht oder effektiv ist.
* Abbildungen dienen lediglich graphischen Zwecken und die bestellten Medikamente können im Aussehen abweichen.
Vorsichtsmaßnahmen Bevor Sie mit der Einnahme von Nitrofurantoin beginnen sollten Sie Ihren Arzt über Ihre Krankengeschichte in Kenntnis setzen. Erwähnen Sie besonders:
- Jegliche Allergien
- Wenig oder keine Urinausscheidung (Oligurie oder Anurie)
- Schwere Nierenerkrankungen
- Bestimmte genetische Zustände (Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel)
- Leberprobleme durch Einnahme von Nitrofurantoin in der Vergangenheit
- Bestimmte Bluterkrankungen (z.B. Annemie)
- Nieren- oder Leberprobleme
- Lungenerkrankungen
- Bestimmte Nervenkrankheiten (Neuropathie)
- Bestimmte Augenerkrankungen (Retrobulbärneuritis)
- Diabetes
- Unbehandeltes Ungleichgewicht des Mineralhaushalts
- Vitamin B Mangel
Sollten Sie zurzeit unter einem der oben genannten Zustände leiden oder in der Vergangenheit gelitten haben, kann es sein, dass Sie möglicherweise Nitrofurantoin nicht einnehmen können oder eine Anpassung der Dosis nötig ist.
Nitrofurantoin kann Schwindel oder Schläfrigkeit verursachen. Vermeiden Sie es daher, mit dem Auto zu fahren oder schwere Maschinen zu bedienen.
Vorsicht ist geboten, wenn Nitrofurantoin von älteren Menschen eingenommen wird, da diese oftmals empfindlicher für bestimmte Nebenwirkungen sind, wie zum Beispiel Lungen- oder Leberprobleme.
In den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft sollte der Wirkstoff nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt eingesetzt werden. Im letzten Drittel der Schwangerschaft darf Nitrofurantoin nicht eingenommen werden, da der Wirkstoff bei Neugeborenen eine Blutarmut verursacht.
Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über. Daher dürfen Säuglinge mit bekanntem oder vermutetem Glukose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel nicht gestillt werden, wenn die Mutter Nitrofurantoin einnimmt.
Wechselwirkungen mit anderen Mitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Die gleichzeitige Anwendung von Propanthelinbromid fördert die Aufnahme von Nitrofurantoin. Probenecid (Arzneimittel zur Steigerung der Harnsäureausscheidung durch die Nieren) und Sulfinpyrazon (Arzneimittel zur Steigerung der Harnsäureausscheidung durch die Nieren, Arzneimittel zur Hemmung der Zusammenballung der Blutplättchen) können die Konzentrationen von Nitrofurantoin im Harn erniedrigen (Wirkungsverminderung) und im Blut erhöhen (erhöhtes Risiko unerwünschter Wirkungen).
Magnesiumhaltige Antazida (Magensäure bindende Arzneimittel) können die Aufnahme von Nitrofurantoin vermindern.
Nitrofurantoin wirkt in vitro dem Effekt von Nalidixinsäure und anderen Gyrasehemmern (Antibiotika) entgegen.
Nitrofurantoin kann zu einer verstärkten Leberenzymaktivität führen, wodurch z. B. die Wirkung von Diphenylhydantoin (Arzneimittel gegen Anfallsleiden) herabgesetzt wird.
Die Ergebnisse einiger Laboruntersuchungen, wie z. B. auf Glukose, Harnstoff, alkalische Phosphatase, Bilirubin oder Kreatinin, können durch Nitrofurantoin falsch erhöht sein.
Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können!
Folgende häufige Nebenwirkungen können nach der Einnahme von Nitrofurantoin auftreten:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Appetitlosigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Schläfrigkeit
Es wird empfohlen, das Medikament mit Nahrung einzunehmen, um die Übelkeit zu reduzieren. Sollte eine der oben genannten Nebenwirkungen andauern oder sich verschlimmern, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt.
Informieren Sie Ihren Arzt umgehend, sollten folgende seltenen, jedoch sehr ernsthaften Nebenwirkungen auftreten:
- Neue Anzeichen einer Infektion (z.B. Fieber oder anhaltende Halsschmerzen)
- Sie bekommen leicht Blutergüsse oder Blutungen
- Gemütsschwankungen
- Anhaltende oder heftige Kopfschmerzen
- Sehstörungen
Nitrofurantoin kann Ihren Urin dunkel gelb oder braun verfärben. Dies ist eine harmlose Nebenwirkung und der Urin wird seine normale Farbe wieder annehmen, sobald Sie das Medikament absetzen.
In seltenen Fällen kann Nitrofurantoin schwerwiegende Lungenprobleme verursachen. Begeben Sie sich umgehend in medizinische Behandlung, sollten Sie folgende Symptome feststellen:
- Brustschmerzen
- Atemnot
- Ungewöhnlicher oder anhaltender Husten
Sehr selten kann das Medikament auch schwerwiegende Schäden an Leber, Blut-oder Nervenzellen verursachen. Informieren Sie Ihren Arzt umgehend, sollten folgende seltenen, jedoch sehr ernsthaften Nebenwirkungen auftreten:
- Anhaltende Übelkeit oder Erbrechen
- Dunkler Urin
- Gelbfärbung der Haut oder Augen (Gelbsucht)
- Ungewöhnliche oder anhaltende Müdigkeit
- Schneller oder klopfender Herzschlag
- Taubheit oder kribbeln in Armen oder Beinen
- Muskelschwäche
In seltenen Fällen kann Nitrofurantoin ein Darmleiden verursachen, welches Clostridium difficile-Assoziierte Diarrhö genannt wird. Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt, sollten Sie folgende Symptome entwickeln. Nehmen Sie unter keinen Umständen Medikamente gegen Durchfall oder narkotische Schmerzmittel ein, da diese die Symptome verschlimmern können:
- Anhaltender Durchfall (Diarrhö)
- Unterleibs- bzw. Bauchschmerzen oder Krämpfe
- Blut oder Schleim im Stuhlgang
Wenn Sie das Medikament über einen längeren Zeitraum oder wiederholt einnehmen, kann für Sie das Risiko größer sein, Mundsoor oder eine vaginale Hefepilzinfektion zu bekommen. Informieren Sie Ihren Arzt, sollten folgende Symptome auftreten:
- Weiße Flecken im Mund
- Veränderung des Vaginalausflusses
- Andere neue Symptome
Es ist unwahrscheinlich, dass eine heftige allergische Reaktion auf Nitrofurantoin auftritt, aber wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt, sollten Sie eine allergische Reaktion mit folgenden Symptomen feststellen:
- Ausschlag
- Jucken oder Anschwellen (besonders Gesicht, Zunge oder Rachen)
- Heftiger Schwindel
- Atemnot
Die ist nur ein Auszug der möglichen Nebenwirkungen und andere Nebenwirkungen können auftreten. Kontaktieren Sie Ihren Arzt umgehend, wenn Sie andere als oben genannte Nebenwirkungen verspüren.
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